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…denn ich bin BATMAN!

Batman ist einer meiner Lieblings-Superhelden.
Als kleiner Junge habe ich die 60er-Jahre-Serie gesehen, als etwas älterer Junge die DC-Zeichentrickserie am Sonntag Morgen auf RTL, heute mag ich alle Filme, die nicht von Joel Schumacher gemacht wurden und das aktuelle Spiel „Arkham Asylum“ gehört zu meinen persönlichen Spiel-Höhepunkten des Jahres 2009.
Warum ich ihn so mag?
Nun ja, ich sage es mal, wie Dietmar Dath: „Batman ist so wie wir, nur besser.“
Es steckt in jedem von uns ein Batman.
Als ich vor ein paar Tagen morgens aufstand und zum Waschbecken ging, schaute ich in den Spiegel und in mein müdes Gesicht. Ich sah die tiefen Augenringe, meine blauen, müden Augen, meine blonden Haare, die zerstrubbelt in alle Richtugen standen. Dann schaute ich mir tief in die Augen und stellte mir eine einzige Frage, die mich seitdem unaufgibig beschäftigt: „Was bist Du geworden, Chris?“

Ein Frage am Rande: Ist Bruce Waynes Maske Batman oder ist Batmans Maske Bruce Wayne?

Die Antwort scheint einfach, wird jedoch schwerer, je länger man über die Frage nachdenkt.
Und was bin ich jetzt?
Bin ich der Mensch, der ich nach außen hin bin? Zu Freunden, Verwandten, Kollegen, Fremden?
Oder bin ich der Mensch, der ich unter der Fassade bin? Melancholisch, nachdenklich, Realist, verbittert.
Oder bin ich der Mensch, der sich zwischen beidem nicht entscheiden kann und somit beides ist?
Was ist mein Maske? Wer bin ich?
Shakespear meinte einmal „Die ganze Welt ist Bühne. Und jeder Mann und jede Frau darauf sind gar wohl Schauspieler.“ Doch was, wenn Maske und Schauspieler mit einander verschmelzen? Wenn nicht mehr klar abgrenzbar ist, wer was ist? Wenn der Schauspieler nach Ende der Vorstellung die Maske plötzlich nicht mehr abnehmen kann? Schlimmer noch: Was, wenn der Schauspieler plötzlich vergisst, dass er eine Maske auf hat? Wird er dann automatisch zu dem Monster, das er gerade noch auf der Bühne darstellte?
Bruce Wayne stellte sich seit jeher die Frage, ob er Batman sei oder ob Batman er sei.
Manchmal frage ich mich etwas ähnliches. Bin ich das, was ich im inneren bin oder definiere ich mich durch meine Taten? Im Film „Batman begins“ ist der Fall klar – letzteres trifft zu. Wir definieren uns alle durch unsere Taten, meinte dort Rachel Dawes. Doch ist es wirklich so? Bin ich auch das, was ich tue, wenn ich hasse, was ich tue? Und was bin ich dann, wenn beides Seiten miteinander selten auskommen und in Harmonie existieren?

Batman ist für mich ein moderner Dr. Jeckyll und Mr. Hyde. Ein zwiegespaltenes Ich, von dem beide Seiten in der jeweils anderen ein Ventil finden.
Doch anders als Dr. Jeckyll kam Batman mit seiner anderen Seite irgendwann aus und akzeptierte sie. Jeckyll hingegen, ging an Hyde zugrunde (und umgekehrt).
Ich hoffe nur, dass ich irgendwann, wie Bruce Wayne ende und nicht, wie Dr. Jeckyll.

Ich habe heute von insgesamt 123 „Freunden“ im StudiVZ 27 gelöscht, weil ich diese Personen weder gut kenne, noch kannte. Bei einigen wusste ich nicht einmal woher ich sie überhaupt in meiner Liste hatte.
Ich fand, es war und ist Zeit, etwas zu verändern. Im kleinen – wie einer Kontaktliste einer Social Community – angefangen bis hin zum größeren.
Ich will zu mir selbst finden. Und aktuelle Ereignisse geben mir die Möglichkeit, dies durch ein paar Umbrüche zu tun.
Ich bin willens noch viel mehr zu verändern, aber ob ich den Mut finde, weiß ich noch nicht. In jedem Fall muss ich, wie Bruce Wayne einst, gegen einen inneren Dämonen ankämpfen, der durch mich selbst erschaffen wurde. Und das weder immer ein fach, noch immer schmerzfrei zu bewältigen.
Aber vielleicht kann ich mir irgendwann diesen Dämonen auch zunutze machen, der für Bruce Wayne Batman ist.

Batman ist für mich ich. Oder bin ich Batman…?

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  1. elthielo
    20. Oktober 2009 um 11:56 am

    Boa! ein echt interessanter Text! gefällt mir wirklich… irgendwie sehen ich mich, nachdem ich diesen Text las, ganz anders… ich denke jetzt auch irgendwie „wer bin ich eigendlich?“. Wirklich super geschrieben

  2. Inu
    16. Oktober 2009 um 7:41 am

    Wie heisst es so schön.

    Wir sind nicht die Masken, die wir tragen. Aber wenn wir sie aufsetzten werden wir ihnen gleich.

  1. 1. November 2009 um 5:43 pm

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