Verfasst von: Christoph | 10. November 2009

Ich kam, las und war begeistert

Eine Lesebühne.
Das ist, wenn sich ein paar kreative Köpfe in einem Etablissment treffen, um dort ihre – ebenso kreativen – literarischen Ergüsse vor Publikum vorzutragen.
Und da war ich.
„Schmalz und Marmelade“ hatten mich eingeladen, im Schweriner Freischütz zum globalen Thema „Terminschwierigkeiten“ vorzulesen. So saß ich also am 08.11.2009 im kreise kreativer Köpfe vor einem Publikum, um meine kreativen Ergüsse von mir zu geben.
Und es war ein tolles Erlebnis. Nicht nur, dass das Publikum offenbar Gefallen an meinem Vortrag hatte, allein das Zuhören bei den Werken der drei weiteren anwesenden Wortschöpfern, war derart inspirierend, dass mein Kopf vor potenziellen Ideen fast platzt.
Falls jemand Spaß an humorvollen und geistreichen Texten hat, sollte er dringend nach dem nächsten Termin von „Schmalz und Marmelade“ Ausschau halten und ihn unbedingt wahrnehmen – es lohnt sich!

Gibt es sonst noch etwas?
Ach ja! Die CD!
Holt euch die CD!
Ich habe lange nicht mehr so laut und herzhaft gelacht, wie ich es beim Hören der CD „Ihr Klatschen auf CD“ getan habe. Ganz großes Kino. Für die Ohren. Versteht sich. Und das Herz.

Verfasst von: Christoph | 27. Oktober 2009

Friends of mine: „Murphy“

Diesmal in der Hauptrolle:
Thomas Franke =)

Verfasst von: Christoph | 21. Oktober 2009

Friends of mine: „Sparkling“

Diesmal in der Hauptrolle:
Lea Meissner =)

Verfasst von: Christoph | 15. Oktober 2009

…denn ich bin BATMAN!

Batman ist einer meiner Lieblings-Superhelden.
Als kleiner Junge habe ich die 60er-Jahre-Serie gesehen, als etwas älterer Junge die DC-Zeichentrickserie am Sonntag Morgen auf RTL, heute mag ich alle Filme, die nicht von Joel Schumacher gemacht wurden und das aktuelle Spiel „Arkham Asylum“ gehört zu meinen persönlichen Spiel-Höhepunkten des Jahres 2009.
Warum ich ihn so mag?
Nun ja, ich sage es mal, wie Dietmar Dath: „Batman ist so wie wir, nur besser.“
Es steckt in jedem von uns ein Batman.
Als ich vor ein paar Tagen morgens aufstand und zum Waschbecken ging, schaute ich in den Spiegel und in mein müdes Gesicht. Ich sah die tiefen Augenringe, meine blauen, müden Augen, meine blonden Haare, die zerstrubbelt in alle Richtugen standen. Dann schaute ich mir tief in die Augen und stellte mir eine einzige Frage, die mich seitdem unaufgibig beschäftigt: „Was bist Du geworden, Chris?“

Ein Frage am Rande: Ist Bruce Waynes Maske Batman oder ist Batmans Maske Bruce Wayne?

Die Antwort scheint einfach, wird jedoch schwerer, je länger man über die Frage nachdenkt.
Und was bin ich jetzt?
Bin ich der Mensch, der ich nach außen hin bin? Zu Freunden, Verwandten, Kollegen, Fremden?
Oder bin ich der Mensch, der ich unter der Fassade bin? Melancholisch, nachdenklich, Realist, verbittert.
Oder bin ich der Mensch, der sich zwischen beidem nicht entscheiden kann und somit beides ist?
Was ist mein Maske? Wer bin ich?
Shakespear meinte einmal „Die ganze Welt ist Bühne. Und jeder Mann und jede Frau darauf sind gar wohl Schauspieler.“ Doch was, wenn Maske und Schauspieler mit einander verschmelzen? Wenn nicht mehr klar abgrenzbar ist, wer was ist? Wenn der Schauspieler nach Ende der Vorstellung die Maske plötzlich nicht mehr abnehmen kann? Schlimmer noch: Was, wenn der Schauspieler plötzlich vergisst, dass er eine Maske auf hat? Wird er dann automatisch zu dem Monster, das er gerade noch auf der Bühne darstellte?
Bruce Wayne stellte sich seit jeher die Frage, ob er Batman sei oder ob Batman er sei.
Manchmal frage ich mich etwas ähnliches. Bin ich das, was ich im inneren bin oder definiere ich mich durch meine Taten? Im Film „Batman begins“ ist der Fall klar – letzteres trifft zu. Wir definieren uns alle durch unsere Taten, meinte dort Rachel Dawes. Doch ist es wirklich so? Bin ich auch das, was ich tue, wenn ich hasse, was ich tue? Und was bin ich dann, wenn beides Seiten miteinander selten auskommen und in Harmonie existieren?

Batman ist für mich ein moderner Dr. Jeckyll und Mr. Hyde. Ein zwiegespaltenes Ich, von dem beide Seiten in der jeweils anderen ein Ventil finden.
Doch anders als Dr. Jeckyll kam Batman mit seiner anderen Seite irgendwann aus und akzeptierte sie. Jeckyll hingegen, ging an Hyde zugrunde (und umgekehrt).
Ich hoffe nur, dass ich irgendwann, wie Bruce Wayne ende und nicht, wie Dr. Jeckyll.

Ich habe heute von insgesamt 123 „Freunden“ im StudiVZ 27 gelöscht, weil ich diese Personen weder gut kenne, noch kannte. Bei einigen wusste ich nicht einmal woher ich sie überhaupt in meiner Liste hatte.
Ich fand, es war und ist Zeit, etwas zu verändern. Im kleinen – wie einer Kontaktliste einer Social Community – angefangen bis hin zum größeren.
Ich will zu mir selbst finden. Und aktuelle Ereignisse geben mir die Möglichkeit, dies durch ein paar Umbrüche zu tun.
Ich bin willens noch viel mehr zu verändern, aber ob ich den Mut finde, weiß ich noch nicht. In jedem Fall muss ich, wie Bruce Wayne einst, gegen einen inneren Dämonen ankämpfen, der durch mich selbst erschaffen wurde. Und das weder immer ein fach, noch immer schmerzfrei zu bewältigen.
Aber vielleicht kann ich mir irgendwann diesen Dämonen auch zunutze machen, der für Bruce Wayne Batman ist.

Batman ist für mich ich. Oder bin ich Batman…?

Verfasst von: Christoph | 5. Oktober 2009

Kreativwerk statt Kontaktstörung

Ein langes, kreatives, aufregendes, lustiges und erfolgreiches Wochenende liegt hinter mir.
Wo ich das alles gefunden habe?
Im Bischof-Theissing-Haus (BTH) Teterow und der Medienwerkstatt, die dort am letzten Wochenende veranstaltet wurde.
Großes Überthema war „Kontaktstörung“ und zur Auswahl standen den Teilnehmen Kurse, wie Musikvideo, Kurzfilm, Fotostory oder Podcast.
Jede Gruppe lieferte am Sonntag Nachmittag einen grandiosen Beitrag ab. Einige davon sind mittlerweile schon im Netz zu finden. Andersen Storm (Achtung: Nickname!), der die Podcast-Gruppe leitete, hat beispielsweise inzwischen eben jene Podcasts auf seiner Seite hochgeladen.
Ich, der in der Musikvideo-Gruppe war, habe das Video gestern abend noch bei Youtube veröffentlicht. Wann und wo der Rest im Netz erscheint, kann ich bis dato nicht sagen. Aber ich halte den geneigten Leser gern auf dem Laufenden.
Dafür gibts einen DVD, die man sich kaufen kann (ca. 4€), bzw, die jeder teilnehmer kostenfrei zugeschickt bekommt. Es lohnt sich auf jeden Fall.
Und wo wir schon bei den DVDs sind: Die Medienwerkstatt fand mittlerweile zum dritten Male statt. Entsprechend gibt es auch noch zwei weitere DVDs. Wer also die Beiträge von diesem Jahr gut fand, sollte sich die der letzten beidne Jahre nicht entgehen lassen!

Podcast: „Kontaktgruppe Störzentrale“

Musikvideo „Regen“

Verfasst von: Christoph | 9. September 2009

Friends of mine: „rawr!“

Diesmal in der Hauptrolle:
Natascha alias Eleyne =)

Verfasst von: Christoph | 1. September 2009

Schwarz-Weiß

Geht irgendwo die Sonne unter, geht sie anderswo auf.
Das ist das ewige Schwarz und Weiß des Lebens. Das Ying und Yang quasi.
Es ist schon erstaunlich, wie sich dieses Schema ständig fortsetzt und zeigt. Alles ist im ständigen Gleichgewicht. Selbst dann, wenn es uns oft nicht so vorkommt.
Aber hält man es sich vor Augen beruhigt es irgendwie. Vielleicht ist die vermeidliche Katastrophe doch nicht so groß, wie man vorher dachte?
Jede neue Situation – ob durch Positives oder Negatives hervorgerufen – eröffnet ganz neue Wege und Möglichkeiten.
Jede Entscheidung, die wir treffen, ist  die Chance auf etwas Neues; egal, ob sie im Moment wie eine falsche Entscheidung aussieht. Ich schätze, wirklich falsch ist im Leben – objektiv betrachtet – gar nichts.
Alles ist ein Neumischen der Karten. Oder ein Aufnehmen von neuen, zusätzlichen.
Wie beim Mau-Mau kann einem eine 7, die einen zwei neue Karten aufnehmen lässt und so behindern und vom Sieg abhalten soll, eben zu diesem verhelfen. Denn zwei zusätzliche Karten heißen neue Kombinations- und Zugmöglichkeiten.
Ist das Leben denn dann ein Kartenspiel?
Vielleicht.
Wir müssen alle mit zufälligen Startbegebenheiten nach gewissen Regeln spielen, haben aber selbst  die Möglichkeit, zu entscheiden, wie wir was wann spielen. Welche Trümpfe, welche Fallen.
Genau wie in einen Kartenspiel gibt es höher- und niedrigerwertige Karten und genau wie in einem Kartenspiel wissen wir nicht, was als nächstes kommt und wie der nächste Zug unseres Gegenübers aussehen wird. Uns bleibt lediglich, aufmerksam zu bleiben und einen Plan B zu haben. Einen Notfallplan. Und auch dieser klappt eben manchmal nicht.
Dann bleibt uns lediglich, zwei neue Karten aufzunehmen, auszusetzen oder eine Strafkarte zu ziehen und mit den neuen Gegebenheiten zurechtzukommen.
Und auch hier gibt es wieder zwei Seiten. Schwarz und Weiß.
Verliere ich, gewinnt jemand anderes.
Gewinne ich, verliert jemand anderes.
Aber zwei Karten neu aufnehmen muss definitiv jemand. Der Stapel wird dann kleiner. Und die zwei neuen Karten müssen eben nicht schlecht sein. Sie passen vielleicht nicht gleich. Aber neue Gelegenheiten entstehen dadurch immer.
Es hilft, zu realisieren, dass es keinen Weltuntergang bedeutet, den Kürzeren zu ziehen, falsche Entscheidungen zu treffen oder im Nachteil zu sein.
Wichtig ist vor allem, im Spiel zu bleiben und bleiben zu wollen; stets das persönlich Beste aus dem zu machen, was man hat.
Unsere Starthand können wir nunmal nicht ändern.
Wohl aber, unsere Spielstrategie.

Und so nehme ich neue Situationen hin. Ich versuche zu machen, was ich kann, um im Spiel zu bleiben und dort bestmöglich abzuschneiden. Jedoch mit einem erfreulichen Wissen:Geht mein Stern unter, geht ein anderer auf.
Und so kann das gar nicht so schlecht sein…

Verfasst von: Christoph | 11. August 2009

Lübeck

Als der Wecker klingelte, war ich bereits wach.
Ich starrte an die Decke. Lübeck. Ich war eigentlich unfreiwillig hier geblieben. Und jetzt, wo ich eine Nacht hier war, merkte ich, wie sehr es mir fehlen würde.
Ich schloss noch einmal meine müden Augen und atmete tief ein. Ich roch den Geruch des alten Hauses, in dem ich ein Jahr gewohnt hatte. Ich sah, wie ich hier zwischen Kisten gelebt hatte, wie ich zu ersten Mal hier im Bett lag und an dieselbe Decke starrte, mit nur einem Unterschied: Damals war ich am Einschlafen – heute bin ich am aufwachen.
Dann stehe ich auf und mache mich fertig.
Ich schaue mich in meiner Wohnung um und erhasche wieder den Eindruck, den ich hatte, als ich hier frisch eingezogen war. Es war der Beginn eines Abenteuers. Neu. Beängstigend. Aufregend. Es ist ein beflügelndes Gefühl gewesen.
Ein paar Minuten später stehe ich an der Bushaltestelle. Ich will mein Lübeck noch einmal sehen. Ein letztes mal so sehen, wie ich es sehe.
Der Bus kommt zu spät. Wie schon immer.
Auf der Fahrt in die Altstadt sehe ich, dass sich nichts verändert hat. Lübeck ist das, was es immer war und wahrscheinlich immer sein wird. Seltsame Gestalten, beschäftigte Menschen. Arme, Reiche. Grau und Bunt. Alt und neu.
In der Altstadt angekommen umarmt mich die Stadt herzlich mit ihren grauen, feuchten und lauten Armen. Ich gehe die Breite Straße entlang. Die Einkaufsstraße in Lübeck.
Ein ausländischer Schneider schreit eine Frau in seiner Muttersprache hysterisch an. Ich verstehe kein Wort.
Mir kommen junge Mädels entgegen. Grüne Haare, zerrissene Hosen. Lachend. Ich lächle. So ist Lübeck und so mag ich es – lauter Verrückte. Mich eingeschlossen. Es tut gut, nach langem wirklich wieder „echt“ zu lächeln.
Der Straßenmusikant spielt links an der Ecke zur Dr-Julius-Leber-Straße auf seiner Gitarre.
Er ist nicht sonderlich gut.
Es klingt für mich, wie eine Symphonie und ich werfe ihm 50 Cent in den Hut, obwohl ich im Moment jeden Cent einzeln umdrehen müsste.
Ich bin hypersensibilisiert.
Mein Regenschirm baumelt lose in meiner Hand. Ich habe ihn nicht aufgespannt, obwohl es regnet. Ich will den Regen spüren, jeden Tropfen. Ich merke den Wind, der mir durch die nassen Haare weht. Ich rieche links Waffeln, rechts Bratwurst. Ich sehe die Bunte Werbung der ausländischen Essensstände.
Ich sehe eine junge Frau, die schwanger mit ihrem Freund Hand in Hand durch den Regen geht. Sie ist sehr hübsch, hat einen dicken Babybauch und rosige Wangen. Ihre Augen sind groß und sofort liebenswürdig. Sie wirkt gesund, wie schwangere Frauen fast immer aussehen. Und sie wirkt glücklich. Der Freund sieht aus, als könne er vor lauter Muskeln kaum gehen. Ich wünsche den beiden in Gedanken das beste für ihr Leben.
Weiter unten erinnere ich mich an meine ersten Stunden in Lübeck. Und das spezielle Lübeck-Gefühl, das ich schon vorher in meinem Bett hatte, kommt wieder in mir hoch. Ich bin wieder Abenteurer hier.
Warum kommt dieses Gefühl, das man erst hat, aber dann nach einiger Zeit so schmerzlich vermisst, erst dann wieder auf, wenn man im Begriff ist, das geliebte zu verlassen und zu verlieren?
Allen Personen, denen ich entgegenkomme, schaue ich ins Gesicht, es ist wunderbar, was für eine Vielfalt auf dem Boulevard von Lübeck herrscht. Ich bleibe stehen und verliere mich mehrere Minuten darin, einfach nur alles zu beobachten. Ein Vater schimpft mit seinem Sohn. Ein Kind fragt, warum der Brunnen nicht an ist. Ein Punker-Päärchen knutscht hemmungslos an der Ecke. Ein Skateboarder bleibt beim McDonalds-Schnellkauf-Fenster stehen. Ein Bettler sitzt wie eine Puppe dort und wartet auf Geld. Ein Geschäftsmann geht wild am Handy gestikulierend an mir vorbei. Ein Mann, der ein wenig, wie ein Mafiosi aussieht und eben so einen Anzug und Hut trägt kommt von links. Zwei junge Frauen gehen von recht gackernd und lachend an mir vorbei.
Ich will das alles nicht missen. Doch ich muss.
Ich schaue kurz auf die Uhr. Es ist noch genug Zeit eine größere Runde zu drehen. Ich mache einen Abstecher zur Trave. Es riecht nach Hafen, obwohl nicht viel Schiffsverkehr ist. Das wasser klatscht leise an die Kanalwände und von weitem höre ich, wie Touristen auf der Rundtour Lübeck gezeigt wird. Ich erkenne von weitem, wie ein vielleicht 5-jähriger Junge am Brückengeländer steht und gebannt ins Wasser starrt. Keine Ahnung, was er denkt, aber so stand ich auch schon da. Wieder lächle ich.
Ich besuche all die Läden, in denen ich früher oft war. Ich nehme alles, wie ein Schwamm auf. Jede Reklame, jedes Geräusch, alle Gerüche, alle Emotionen. Einige Händler grüßen mich sogar, weil sie mich kennen. Ich grüße freundlich zurück.
Auf dem Weg werde ich von einem Fahradfahrer fast umgerissen. Er fährt weiter, ohne etwas zu sagen oder anderweitig zu reagieren. So ist Lübeck nun mal. Love it or hate it. Liebe es oder hasse es. Es macht keinen Unterschied für die Stadt; sie macht so weiter.
Ich habe mich unsterblich verliebt.
Mein Weg führt mich durch Lübecks enge Gassen. Blumen lassen den Kopf hängen, weil Ihre Blüten so schwer sind. Sie sind ein grandioser Kontrast mit ihrer knalligen gelben oder roten Farbe zu dem Ziegelrot der Altbauten.
Die Giebel der Häuser sind schief und krumm, sie haben alle unterschiedliche Töne und ergeben zusammen ein wunderbares Mosaik das Altertums. Hinter den Giebeln entdecke ich die Marienkirche. An ihr sitzt ein kleiner Teufel aus Beton. Ich erinnere mich lächelnd an die kleine Geschichte, die dahinter steckt und habe eine Träne im Auge, als ich daran denke, wie es war, das erste mal neben ihm zu stehen.
Abrupt drehe ich mich um. Noch einmal überquere ich die Breite Straße; noch einmal umfängt mich der Geruch von einer Million Dingen. Ich stehe nun vor dem Thomas-Mann-Haus. Hier fing alles an. Hier war ich, als ich das erste mal in Lübeck war. Hier habe ich mich verliebt. Ich muss lachen, als ich eine Schulklasse das Haus verlassen sehen. Es ist, als schaute ich in einen Spiegel.
In Lübeck habe ich viele Schmerzen erfahren. Doch vieles davon kann ich mir selbst zuschreiben. Ich habe nämlich genauso viel dazugelernt und kennen gelernt. Dinge, die ich nicht missen möchte.
Ich denke an alte Freunde aus der Fachhochschule und daran, dass auch diese nun andere Wege gehen. Denke an Leute, die ich wahrscheinlich nie wiedersehen werde, weil ich nie viel mit ihnen zu tun hatte. Aber sie alle gehörten dazu. Zu dem Lübeck, wie ich es erfahren hatte.
Der Wind bläst mir stark ins Gesicht. Ich schließe die Augen ein weiteres mal und atme tief die Luft ein. Ein letztes mal.
Als ich am Bahnhof ankomme, tun mir die Füße weh. Ich drehe mich noch einmal um und sehe Lübecks Wahrzeichen, das Holstentor, das ich von allen Gebäuden in Lübeck am meisten liebe. Mit seinen schiefen Türmen, wirkt es, wie eine sympathische Karikatur von sich selbst. Ein paar Touristen fotografieren es.
Es ist nass und der Himmel dahinter ist grau. Ich fand es nie schöner.
Es kribbelt in meiner Nase.
Adieu, Lübeck. Ich bin jetzt eine Weile nicht mehr da. Es war schön mit Dir und ich werde Dich, wo auch immer ich bin, immer in meine Herzen tragen. Dich und all Deine Macken, aber auch – und vor allem – Deine wunderschönen Seiten.
Ich wünschte, ich könnte Dich länger begleiten und länger an Deiner Seite wandeln. Aber das Leben arbeitet manchmal gegen einen und seinen Traum.
Ich werde Dich vermissen.
Adieu, Lübeck.
Aber ich werde wiederkommen. Irgendwann.
Denn unsere Schicksale sind nun untrennbar miteinander verknüpft.

Verfasst von: Christoph | 17. Juli 2009

Deal

Es war schwer zu sagen, wie alt der Mann war. Mitte 30? Ende 40? Keine Chance, es zu schätzen. Er war sportlich. Athletisch gebaut und sonnengebräunt, weil er offenbar viel draußen war, hatte Poloshirt an und bequeme Schuhe, als wäre er gerade vom Sport zurück.
Sein Bart fing wieder an zu sprießen. Obwohl er ihn wohl gestern erst rasiert hatte sah es schon fast, wie ein Drei-Tage-Bart aus.  Aber er wirkte jünger so.
„Ganz schön was los, hm?“ stellte er eher fest, als dass er mir die Frage stellte.
„Ja.“ sagte ich nur und nickte knapp. „Ne Menge.“
Er schaute mich nicht wirklich an. Eher durch mich durch. Als wäre er weit in Gedanken. In weiter Ferne. Aber ich wusste, dass er hier war. Hier bei mir.
„Lass sie in Ruhe.“ sagte ich.
„Hm.“ machte er nur knapp.
Jetzt schaute er mir tief in die Augen. Und ich in seine.
„Lass sie in Ruhe.“ wiederholte ich.
„Ja ja. Ich habe Dich schon verstanden.“ Er schaute betreten auf den Boden. „Aber so einfach ist das leider nicht.“
Mir schoss das Adrenalin ins Blut. „Was soll das heißen? Natürlich ist das so einfach. Lass sie einfach noch ein paar Jahre in Ruhe. Mein Gott! Schau sie dir doch mal an. Sie ist nichtmal so alt, wie ich. Was soll an der Sache nicht so einfach sein? Einfach ist nur nicht DEINE Idee.“ Ich pumpte vor Wut.
„So einfach ist das nicht.“ sagte er noch einmal. Trauriger.
„Okay. Pass auf!“ schrie ich ihn fast an. „Ich stelle mich all dem hier. Der ganzen Breitseite. Die volle Packung. Ich nehme alles auf mich, und beiße mich durch alles durch, was mir in den Weg gelegt wird. Nur lasse ihr noch ein paar Jahre. Nicht jetzt. Nimm sie mir nicht jetzt. Bitte.“
Die letzten Worte hatte ich fast flüsternd ausgesprochen.
Er schaute mir lange in die Augen. Ich merkte, wie mir die Tränen kamen. Sein Blick mit den fast weißen Pupillen war kaum deutbar.
Ich meinte hier etwas Trauer, hier etwas Hoffnung und dort etwas Schmerz in seinem Blick erkennen zu können. Doch alles in allem, war er ein geschlossenes Buch.
Nach einer gefühlten Ewigkeit nickte er kaum merklich.
„Okay.“ Sagte er. „Durch alles. Egal, was es ist.“ – „Egal, was es ist.“ bestätigte ich. „Alles.“ – „Alles.“
Er streckte mir die Hand entgegen. Und ich drückte sie fest.
Wir fixierten unsere Blicke für ein paar Sekunden. Dann ließ er meine Hand los und ging in Richtung des Sonnenunterganges davon, der sich hinter unserem Handschlag gebildet hatte…
„Viel los heute…“ hörte ich ihn noch sagen.

Ein Text, der auch so in einem der nächsten Teile von „Far Away“ vorkommen wird.
Trotzdem ist er ein eigenständiger Text. Bedeutungsschwer für mich.
Ich weiß nicht, ob alles abstrakte gleich erkennbar ist. Jedoch denke ich, dass es alles recht gut zusammenpasst.

Verfasst von: Christoph | 14. Mai 2009

Jump in!

Da ich ein XBoxer bin…

Und ich bin stolz drauf. ;)
Jump in!

Ältere Artikel »

Kategorien